Am Wochenende des 4. und 5. Juni wird die NPD nun zum zweiten Mal ihren Bundesparteitag in der Bamberger Konzert- und Kongresshalle abhalten. Dagegen demonstrieren verschiedene bürgerliche Gruppen und Organisationen, verkennen aber dabei dass die NPD selbst Teil ihrer spätkapitalistischen Gesellschaft ist. Diese Veranstaltung propagiert die Distanz zu reaktionären Denkmustern wie Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, reproduziert diese jedoch genauso, weil sie demselben gesellschaftlichen und kapitalistischen Denkmuster verhaftet bleibt.
An diesem Wochenende inszeniert sich die Stadt, durch ein breites Bündnis, demokratisch und weltoffen. Von links bis rechts, die Volksfront eint sich gegen den „braunen Spuk“ durch eine temporäre Politik des Burgfriedens über alle Lager hinweg. Dabei rücken Demokrat_innen zusammen, für die die rassistische Abschiebungspraxis der BRD ansonsten Konsens zu sein scheint, und die die Sorge um den Standort (sei es Deutschland oder Bamberg) umtreibt. Wir widersprechen ihrem Versuch, sich mithilfe der gemeinsam abgelehnten NPD ein „buntes“ Image zu verleihen und so über ihre eigene rassistische und menschenverachtende Praxis hinweg zu kitschen.
Ein Zeichen zu setzen gegen „Rechts“, das ist der Konsens der Gemeinschaft. (mehr…)
Am Mittwoch vor der Demonstration in Coburg werden Referent_innen des Aktionsbündnis gegen den Coburger Convent im Kult über Studentenverbindungen und die Kritik daran im Allgemeinen, und über den Coburger Convent im Besonderen referieren.
###zugtreffpunkt für 22.05.10###
Würzburg Hbf ab 10:36 Gleis 10
Schweinfurt Hbf ab 11:03 Gleis 6
Bamberg ab 11:41 Gleis 4
Coburg an 12:29 Gleis 1
Der jährliche Pfingstkongress des Coburger Convents, dem größten Dachverband von Studentenverbindungen, steht bevor.
Das Bündnis gegen den Coburger Convent ruft dahergehent zu Actiondays gegen Studentenverbindungen vom 21.05.-24.05.2010 auf.
Heraus gegen den Coburger Convent. Der Reaktion entgegentreten – Studentenverbindungen auflösen!
###Gemeinsame Zuganreise###
Würzburg Hbf ab 10:36 Gleis 10
Schweinfurt Hbf ab 11:03 Gleis 6
Bamberg ab 11:41 Gleis 4
Coburg an 12:29 Gleis 1
Der Coburger Convent…
…ist ein Zusammenschluss von rund 100 mensurfechtenden Turner- und Landsmannschaften, deren deutsche oder österreichische Mitglieder stets männlich und deutsch-national sind. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Verbindungen nicht nur Zusammenschlüsse um Studenten bei einem erfolgreichen Studium zu unterstützen. Sie sind vielmehr Hort konservativer bis rechter Meinungsbildung, Elitenreproduktion, von Männlichkeitsritualen und völkischem Nationalismus.
…ist elitär und hierarchisch.
Mitglieder studentischer Korporationen im allgemeinen, und so auch des CC, verstehen sich selbst als Angehörige der deutschen Elite. Sie nehmen eine Einordnung von Menschen in ein Besser-Schlechter-Schema vor und orientieren sich dabei an Begriffen wie „Leistungselite“. Sie wollen konservativ eingestellte Führungskräfte bzw. „national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft“ schicken (Manfred Kanther, ehem. Bundesinnenminister und Korporierter im KSCV). Natürlich wird nicht jeder in einer Verbindung gleich Vorstandsvorsitzender eines DAX-Konzerns. Aber Verbindungen werben mit guten Netzwerken für Karriere in Wirtschaft und Politik. Wer sich einer Verbindung anschließt, um es in der bestehenden Gesellschaft zu etwas zu bringen, muss sich den alten Herren anbiedern und sich ihren Leitbildern anpassen. Das bedeutet insbesondere, den Umgang mit strengen Hierarchien zu erlernen und sich dem Konservatismus unterzuordnen. Hinzu kommen Rituale, die bestimmen wann man reden und pinkeln darf und letztendlich nur dazu dienen, im Kapitalismus benötigte „Tugenden“ wie Gehorsam und Konformität einzuschärfen. Wer nun oft genug gehört hat, er sei Elite, glaubt es irgendwann. Es stellt sich eine Geringschätzung für nicht Korporierte ein: Frauen, Migrant_Innen, Arbeiter_Innen, etc.
…ist sexistisch und reaktionär
Auch im Bezug auf das Frauenbild bleibt sich der CC treu – das Elitedenken geht weiter. Als Grundlage unterteilt der Verband in ein klar abgegrenztes Mann/Frau-Geschlechterverhältnis mit fest zugeschriebenen Rollen. Der Mann ist ritterlich, die Frau eine Art schmückendes Beiwerk. Die Verbindungen sollen »gleichgeschlechtliche Enklave« sein, womit nicht nur Frauen sondern auch Menschen, die sich nicht in ein klares Geschlechterschema einordnen lassen wollen, klar ausgegrenzt werden. Einerseits hegt der CC den Anspruch, „Führungskräfte“ auszubilden. Andererseits möchte er das in der eben erwähnten »gleichgeschlechtliche Enklave« tun. Zu diesem patriarchalen Rollenbild gesellt sich noch ein strikt heteronormativer Wertekanon und ein ausgeprägter Männlichkeitswahn. In Ritualen wie der „Mensur“ und den unzähligen Trink-Variationen manifestiert sich dieser eindrucksvoll. Hinsichtlich ihrer identitätsstiftenden Praktiken können Korporationen als quasi-paramilitärisch bezeichnet werden.
…ist völkisch und traditionalistisch
„Ehre, Freiheit, Vaterland“ ist auf dem sogenannten Ehrenmal des CC zu lesen. Hinter der teilweise gutbürgerlichen Fassade des CC verbergen sich Abgründe des deutschen Konservatismus und eine Scharnierfunktion zur neuen Rechten. Kontakte zu Organen der neuen Rechten, z.B. der Internetplatform „Blaue Narzisse“, gehören ebenso dazu wie enge Kontakte zur deutschen Burschenschaft, die als klar rechts und nationalistisch einzustufen ist. Mit letzterer ist der CC in verschiedenen Dachverbänden organisiert – beispielsweise im Convent Deutscher Akademikerverbände oder lokal in verschiedenen Waffenringen. Und auch sonst bemüht er sich nicht um Abgrenzung. Der Vaterlandsbegriff des CC ist auf das sogenannte „Volkstum“ bezogen – so können sich auch österreichische Verbindungen als deutsch fühlen. Das klingt harmlos, zumal uns Deutschland herzlich egal ist, bedeutet aber letztendlich nichts anderes als den Wunsch der Verbindungen nach einem größeren Deutschland. Wie früher eben – das ist alles, aber nicht harmlos. (mehr…)
Aufruf zur bundesweiten Demonstration am 17.04.10 um 14.00 Uhr am Bhf. Erfurt
Während im Keller noch eine Band Soundcheck macht, wird in der ersten Etage die Frage diskutiert wie der Naziaufmarsch am 1. Mai verhindert werden kann. Das Essen ist bald fertig, letzte Getränke werden in die Bar sortiert und langsam trudeln die ersten Gäste ein. So hätten wir das gern – haben wir aber nicht. Wir haben keinen Raum für all dies!
Für Gesellschaftskritik brauchen wir Räume: Räume in denen Nazis keinen Zutritt haben. Räume in denen kein Platz für Diskriminierungen ist. Räume in denen Infoveranstaltungen, Vorträge, Diskussionen und Workshops stattfinden können. Räume für Parties und Konzerte unabhängig von Geldbeutel und Aussehen. Räume, um Essen für alle zu kochen. Räume um gemeinsam Aktionen zu organisieren oder einfach nur rumzuhängen. Räume, um die eigene Kritik zu diskutieren und weiterzuentwickeln. (mehr…)
Kapitalismus und Lohnarbeit abschaffen! – Naziaufmarsch zerlegen!
Auch dieses Jahr mobilisieren Neonazis wieder zu diversen Aufmärschen anlässlich des 1.Mai. Dies nehmen die Nazis als Anlass für einen angeblich antikapitalistischen nationalen Kampftag der ArbeiterInnen nach Schweinfurt zu mobilisieren. Doch schon alleine in der Begrifflichkeit zwischen Antikapitalismus und Nationalem Sozialstaat lassen sich nicht übersehbare inhaltiche Differenzen ausmachen.
Nationaler Arbeiter_innenkampftag?
Die weltweite wirtschaftliche Krise hat mehr oder weniger neue Denkanstösse in der neonazistischen Rechten zu Tage gefördert bzw. reaktiviert. So steht im Aufruf der Nazis zum 1.Mai ins verachtenswerte Schweinfurt, dass nur das Konstrukt des Nationalstaates alleine der Ordnungsrahmen für soziale Gerechtigkeit sei. Diesem soll nach deren Auffassung der „Raubtier“-Kapitalismus zerstörerisch gegenüber stehen, der die natürlich gewachsene Volksgemeinschaft zerstöre. Insgesamt stelle die praktizierte Volksgemeinschaft den klassenübergreifenden Aufstand aller Deutschen gegen das dar, was ihnen als Kapitalismus gilt. In den Ideologien wird von Naziseite weiterhin die schaffende, deutsche Arbeit in Stellung gegen die raffende Profitgier, „Zinsknechtschaft“ und Zirkulationssphäre gebracht. Sie zeigen sich hiermit in der Personifikation von gesellschaftlichen Verhältnissen, wie sie sich in den Reden von „gewissenlosen Spekulanten“, „Heuschrecken“ und „jüdischem Finanzkapital“ ausdrückt. Durch die Schaffung einer Volksgemeinschaft sehen sie die kapitalistischen Klassengegensätze aufgehoben und die „natürliche Wirtschaft“ wiederhergestellt. In Deutschland formierte sich die völkische Nation bereits lange vor der Existenz eines deutschen Staates. Deshalb ist das ideologische Grundgerüst auch primär ein Völkisches. Dies äußert sich in einer biologisch definierten Volkszugehörigkeit zu einem imaginären organischen Gebilde und einem Bezug auf gemeinsame Kultur, Sprache und Geschichte. DeutscheR könne diesem Verständnis nach nur sein, wer auch „deutschen Blutes“ sei.
Raffendes Kapital? Halts Maul Kraut!
Die oben angeführten Kampfbegriffe, die von den selbsternannten „Nationalen Sozialisten“ auch in ihrem Aufruf für den 1.Mai gegen den Kapitalismus ins Feld geführt werden, sind an sich schon evident für den Hauptaspekt ihrer Kritik: die Trennung in „raffendens“ und „schaffendes“ Kapital. Unter den Terminus „raffendes Kapital“ werden von den rechten Antikapitalist_innen dann Adjektive wie geizig, parasitär, arbeitsscheu, und eben auch jüdisch subsumiert. Dem gegenüber werde das „gute schaffende Kapital“ von ersterem ausgebeutet und unterdrückt, der gut arbeitende Deutsche leide also unter der Übermacht der „Bonzen“. Eine solche Argumentation zeugt nicht nur von mangelndem Verständnis der komplexen Zusammhänge des kapitalistischen Produktionsprozesses, sondern zeigt auch auf, wie hier Sündenböcke für nicht verstandene Bestandteile der Verhältnisse, wie z.B. Waren- und Kapitalfetisch, gesucht und gefunden werden. Und wer kennt es nicht, die Szene am allabendlichen Stammtisch, wo der stolze Deutsche gegen „die da oben“ hetzt und die „Bonzen“ verteufelt. Dass solch verkürzte Kapitalismuskritik und eben auch Antisemitismus in der bürgerlichen Gesellschat flächendeckend auf Zustimmung stoßen, zeigt die Anschlussfähigkeit einiger Aspekte des Antikapitalismus der Nazis deutlich auf. Ein notwendiges Verständnis über den Kapitalismus als apersonales Verhältnis ist nicht zuletzt auch bei der deutschen Linken selten genug anzufinden.
Das Wesen des Kapitalismus ist immer und überall auf soziale Ungleichheit und Ausbeutung ausgerichtet. Das Geheimnis des kapitalistischen Ausbeutungsverhältnis, die Lohnarbeit als freie Form der Zwangsarbeit, wird bei allem Geschrei über gierige Manager_innen und Bänker_innen von den „Nationalen Sozialisten“ nicht nur ignoriert, sondern im Gegenteil sogar gefeiert. (mehr…)
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Wir sind ein Bündnis, das sich aus mehreren linksradikalen Gruppen in Unterfranken zusammensetzt. Für uns gilt es alle Herrschaftsverhältnisse und damit die gesellschaftlichen Ideologien zu überwinden.
Bei der Analyse aller Unterdrückungsverhältnisse ist es wichtig festzustellen, dass Herrschaftsverhältnisse grundsätzlich miteinander verknüpft, wechselseitig verwoben und in gleichem Maße problematisch sind. So bleibt die kapitalistische Vergesellschaftung mit ihren Mechanismen und Auswirkungen nicht auf die Sphäre der Ökonomie beschränkt, sondern strahlt in alle Lebensbereiche über.
Wir stehen für die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise sowie alle der dabei entstehenden gesellschaftlichen Widersprüche ein.