Seit über 27. Jahren sitzt Mumia Abu-Jamal in den USA in der Todeszelle. Verurteilt für einen Polizistenmord, der ihm unter geschoben wurde, um ihn zum Schweigen zu bringen. Der afroamerikanische Aktivist kämpft seit seiner frühesten Jugend – damals als Pressesprecher der Black Panther Party – und bis heute als freier Journalist – gegen Rassismus, Polizeigewalt, Klassenherrschaft und Krieg.
Seine Verurteilung 1982 war eine Farce. Der Staatsanwalt siebte systematisch schwarze Geschworene heraus, präsentierte manipulierte sowie frei erfunden Beweise und unterdrückte entlastendes Material. Seit diesem Prozess kämpft Mumia um ein neues Verfahren sowie um seine Freiheit. Im April diesen Jahres verweigerte das höchste Gericht der USA den Antrag auf einen neues Verfahren. Jetzt steht nur noch die Entscheidung des obersten Gerichtshofes aus ob das Todesurteil bestätigt wird.

Unsere Kritik richtet sich radikal an eines der schlimmsten Ausgrenzungsmechanismen: Knäste! Gefängnisse stellen das höchste Mittel des Staates zur Bestrafung von denjenigen dar, die gegen die Regeln und Gesetze, welche von den jeweiligen Herrschenden aufgestellt wurden, verstoßen haben. Eine Person, welche durch Gesetzesbrüche die Norm verletzt, soll bestraft werden und gleichzeitig wird sie als abschreckendes Beispiel für den Rest der Bevölkerung benutzt. Die dadurch geschaffene Trennung in „gut“ und „böse“ soll zusätzlich dazu dienen, dass keine Identifizierung mit den „Kriminellen“ stattfindet. Nebenbei soll damit auch ein Gefühl von Sicherheit erzeugt werden, weil sie als Bedrohung der Gesellschaft gesehen und dahergehend weggesperrt werden.
Immer neue Gesetze und ausgefeiltere Methoden der Überwachung tragen dazu bei ein Klima der Angst zu erzeugen, in welchen es möglich ist die Disziplinierung, Unterdrückung und Kontrolle der Gesellschaft voranzutreiben, was lediglich zur Festigung der Herrschenden Verhältnissen dient. Seit Jahren ist ein stetiger Anstieg der Gefangenenzahlen zu vermerken, welcher das Resultat von immer mehr Verurteilungen zu immer längeren Haftstrafen ist. Im Gegensatz dazu ist ein Rückgang der Straftaten zu verzeichnen. Ein Blick darauf, wer in den Knästen gefangen gehalten wird offenbart, dass diese Menschen zu einem überwiegenden Teil aus der Unterschicht kommen. Allgemein wird immer davon ausgegangen, dass nur MörderInnen und SexualstraftäterInnen eingesperrt seien, aber in der Realität sitzen sehr viel mehr Menschen in den Knästen, weil sie nicht in der Lage waren ausstehende Rechnungen zu bezahlen, schwarz gefahren sind, sich im Supermarkt etwas gönnen wollten, usw. Ist dies nicht ein Zeichen dafür, dass Knast überhaupt keine Lösung für irgendein Problem ist? Probleme, die eigentlich viel breiter sind: und zwar sind sie eine soziale Frage. Sprich: wie diese kapitalistische Gesellschaft forciert, dass Menschen durch verschiedenste legale und auch „illegale“ Möglichkeiten um ihr Überleben kämpfen müssen. Oder, dass sie nur weil sie über sogenannte „Grenzen“ springen müssen Verbrecher sind? Der Knast ist eine soziale Frage und dementsprechend die Menschen, welche einsitzen, soziale Gefangene.
Das Gefängnis ist nur eine von einer Vielzahl von Einrichtungen, welches dieses System am Laufen halten und dazu dienen Menschen zu erziehen und kontrollieren: Schulen, psychiatrische Einrichtungen, Abschiebelager, usw.

Daher ist es wichtig eine solidarische Bewegung zur Unterstützung mit der Forderung nach Freiheit für alle Gefangenen voranzutreiben. Die Ablehnung aller Formen des Wegsperrens kann nur im Kontext des Kampfes gegen die bestehenden Verhältnisse geschehen, da die Ursache die sozialen Verhältnisse sind in denen wir zu Leben gezwungen werden. Wir lehnen das Konstrukt Gefängnis sowie alle anderen Ausgrenzungsmechanismen rigoros ab, da eine Gesellschaft die Knäste braucht um Menschen einzusperren und zu entmündigen selbst ein Knast ist. Eine befreite Gesellschaft kann nicht auf Unterwerfung und Zwang wachsen!

Mit der Bekanntgabe der Entscheidung des Todesurteils gegen Mumia Abu-Jamal ist jeden Tag zu rechnen.

Diesen staatlich legitimierten Mord werden wir nicht hinnehmen!
Organisiert die Notfallproteste: Werdet laut, werdet aktiv!
Sobald eine Hinrichtung angesetzt ist, muss alles ganz schnell gehen, müssen
massenhafte Proteste durchgeführt, muss dafür schon alles vorbereitet sein. Nur sollte allen klar sein, daß eine solche Mobilisierung die Unterstützung und Beteiligung von vielen tausend Menschen benötigt.

Am dritten Tag nach Bekanntgabe seines Todesurteils wird es einen internationalen dezentral oranisierten Aktionstag geben. Plant oder Beteiligt euch an Aktionen!

Für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu-Jamal!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: