Hört auf zu studieren – fangt an zu begreifen!

Die Langeweile? Sie trägt jede_r Einzelne von uns mit sich. Das ganze Leben werden wir von ihr berichten können, außer wir machen verrückte Dinge. Doch was scheint uns schon als verrückt? Verrückt ist das was abweicht? Nein, das ist der Moment in dem wir uns fühlen als wären wir frei, sorgenlos und ohne jegliche Pflichten. Es wäre verrückt das zu glauben, doch manchmal verspüren wir ein solch eigenartiges Gefühl, was uns veranlasst für eine kurzen Moment ein Hauch von Freiheit in unser gegenwertiges Gemüt aufzunehmen, manchmal scheint es, als können wir es verinnerlichen. Der Schein trügt.

Und es trügt auch, wenn du in diesem Moment für eine scheinbare bessere Bildung auf die Straße rennst. Die Langeweile schleppst du mit, sie ist in dir, in dem neben dir, in dem hinter dir und dort oben auf dem Lautsprecherwagen ohnehin. Wenn die Studentenvertretung auch dies mal aufruft den eigenen Standort zu schützen, nicht einsieht von der kapitalistischen Warengesellschaft zu sprechen doch im gleichen Zug die Ökonomisierung des Bachelor-Studienganges anprangert, dann wissen wir der Bildungsstreik ist in Würzburg und in allen anderen Städten angekommen. Sich die scheinbar fehlenden Kosten für die Renovierung der Hörsäle am Hubland bei Banken (dem geglaubten alleinigen Verschulder der derzeitigen Finanzkrise einzufordern, ohne das System zu hinterfragen), wie es in der Vergangenheit geschehen ist, zeigt von der regressiven Sichtweise mancher, auch dem der SDS, der Linken und allen anderen – in euren Augen – vielleicht noch zu tragenden Parteien. Den Staat um eine bessere Bildung zu bitten, sollte eigentlich nicht das Anliegen sein, sondern die Forderung nach einem besseren Leben ohne Staat. Kurz gesagt: Ein Leben in dem Produktionsmittel in den Händen der Produzierenden sind und die kapitalistischen Verhältnisse der Vergangenheit angehören. Das ist jedoch nicht der Sinn und Zweck der Reformer/der Parteien, sondern es sollte Bedürfnis aller Menschen sein „[…] alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“ (Marx).

Auch wer sich zum außerparlamentarischen Lager zählt und diese Proteste wie beispielsweise gewisse „Antifas“ oder „Post-Gruppen“ mittragen möchten, bedienen sich doch nur der üblichen ausgelutschten Kampagnenpolitik der Linken Praxis, die nicht reflektiert. Würde sie es, wäre man schon lange zu den Ansichten gekommen diese Demonstration zu verlassen und den Weg mit den spontanen revolutionären proletarisierenden Massen zu finden um für einen wirkliches Begehren einzutreten, das in uns aller liegt! Dieses Verhalten zeigt lediglich die Verzweiflung Vieler, die „etwas machen wollen“.

Dem revolutionären Begehren das wir (die Lohnabhängigen und kommenden Lohnabhängigen, also auch Student_innen und Schüler_innen) vergessen, verdrängt und verloren haben. Dieses Begehren lässt sich wieder finden, in subversiven Praxen innerhalb der spektakulären Warengesellschaft. Lasst uns verrückt sein! Lasst uns ungehorsam sein.
Nutzen wir Menschenansammlung um Unwiderrufliches zu schaffen und den zahlreichen Spinner_innen zu zeigen, das wir die Subjekte sind, die bereits begriffen haben, die wild und wütend sind. Wir sind nicht zu zähmen, nicht durch den Staat, nicht durch die Handlanger_innen und nicht durch eine Studentenvertretung oder irgendwelche Parteien.
Wir begeben uns nicht auf eine Ebene um mit diesen zu diskutieren, wir nehmen nicht ihre legitimierten Mittel an. Wir kritisieren, wenn auch destruktiv, denn die Theorie als Kritik sollte das höchste Gut sein, das wir haben. Die Praxis die sich daraus entwickeln könnte, wäre die einzig wohl angemessene.

gez.

Die Wütenden




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